Atomkraft? Nein, danke! Wem nutzen die Laufzeitverlängerungen?

Unter dem Motto „Atomkraft? Nein Danke! Wem nutzen die Laufzeitverlängerungen“ hatten die GRÜNEN im Kreis Mainz-Bingen zu einer Diskussion mit hochrangigen Expertinnen ins Dorfgemeinschaftshaus Guntersblum geladen. Die GRÜNE Landtagskandidatin Pia Schellhammer als Initiatorin und Moderatorin freute sich über 60 Teilnehmer, die sich über die Gefahren der Atomkraft, die Folgen der Laufzeitverlängerung und den Ausbau erneuerbarer Energien als Alternative informieren wollten. Zu Beginn überreichte Melitta Bender, Vorsitzende der Grünen Liste Guntersblum, an Ulrike Höfken über 1200 Unterschriften gegen die AKW-Laufzeitverlängerungen und für die Abschaltung des Atomkraftwerks Biblis. Höfken versprach, die Unterschriften an Bundesumweltminister Röttgen in Berlin zu übergeben.

Dr. Waltraud Jobst von den Ärzten für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) zeigte die unterschätzten Gefahren radioaktiver Strahlung auf, die insbesondere für Embryonen und Kinder viel größer seien als bisher von offizieller Seite angenommen. Studien belegen ein steigendes Risiko für Leukämieerkrankung bei Kindern mit abnehmender Entfernung zu Atomkraftwerken. Die GRÜNE Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl kritisierte die Laufzeitverlängerung als Milliardengeschenk an die vier großen Energiekonzerne ohne Rücksicht auf Sicherheitsprobleme. Altmeiler wie Biblis dürften jetzt noch jahrelang weiterlaufen. Sicherheitsvorschriften würden teilweise gelockert statt verschärft; nach wie vor sei kein Atomkraftwerk gegen terroristische Anschläge mit Flugzeugen gesichert. Die atompolitische Sprecherin ihrer Fraktion zeigte auf, dass unflexible Atomkraftwerke den Ausbau der Erneuerbaren Energien blockieren und so die Marktdominanz der Stromriesen zementieren – zu Lasten von Verbrauchern und kleinen Energieanbietern. Die schwarz-gelbe Atomgesetznovelle verstoße gegen EU-Wettbewerbsrecht und das Grundgesetz. Zudem sei die Endlagerfrage ungelöst; Atommüll müsse über eine Million Jahre von der Umwelt abgeschirmt werden.

Erneuerbare Energien sind nicht nur wichtig für den Klimaschutz, sondern bieten auch große Potentiale für heimische Wertschöpfung und Arbeit bei Handwerk, Mittelstand und Landwirten, so die Botschaft der Bitburger Bundestagsabgeordneten Ulrike Höfken. Die Laufzeitverlängerung gefährde aber bisherige und zukünftige Investitionen in Milliardenhöhe und Arbeitsplätze in diesem Bereich.

Energieexperte und GRÜNER Landtagskandidat Dr. Bernhard Braun zeigte auf, dass Rheinland-Pfalz gute Voraussetzungen für einen ausgewogenen Mix an erneuerbaren Energien aufweist. Eine aktuelle Studie des BUND belege, dass ein Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien bis 2030 technisch möglich sei. Der Guntersblumer Bürgermeister Reiner Schmitt betonte, es sei besonders auf kommunaler Ebene wichtig, durch gute Argumente breite Mehrheiten für den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu gewinnen und durch viele konkrete Schritte dem Ziel 100 Prozent erneuerbar näherzukommen.



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