BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Kreisverband Mainz-Bingen

GRÜNE zum Schulentwicklungsplan

05.11.26 – von Andrea Müller-Bohn –

GRÜNE zur Schulentwicklungsplanung in Mainz-Bingen:

Bewährte IGSen stärken statt vergrößern - neue sechszügige IGS in Mommenheim schaffen

Die Kreistagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sieht den von der Kreisverwaltung vorgeschlagenen Kurswechsel in der Schulentwicklungsplanung kritisch. Die starke Nachfrage nach Plätzen an den Integrierten Gesamtschulen zeigt aus Sicht der GRÜNEN vor allem eines: Der Elternwille spricht deutlich für zusätzliche IGS-Kapazitäten. Die richtige Antwort darauf ist jedoch nicht zwangsläufig, bestehende und pädagogisch bewährte Schulen einfach zu vergrößern.

„Der für den Schulträgerausschuss vorgelegte Beschlussentwurf, der vorsieht, zwei IGSen auf sechs Züge zu erweitern und das geplante neue Gymnasium in Stadecken-Elsheim nicht zu bauen, greift die Problematik zu kurz und betrachtet sie vor allem nur unter rechnerischen Gesichtspunkten“, erklärt Rainer Malkewitz, Fraktionssprecher der Kreisgrünen.

Die IGSen in Ingelheim und Nieder-Olm sind etablierte und stark nachgefragte Schulen. Ihre räumliche Struktur ist auf das jeweilige pädagogische Konzept und die heutige Größe ausgerichtet. Eine dauerhafte Erweiterung von vier auf sechs Züge bedeutet einen erheblichen Eingriff in diese bestehenden Strukturen. Deshalb müsse vor einer solchen Entscheidung nicht nur gefragt werden, wo sich rechnerisch zusätzliche Klassen unterbringen lassen, sondern auch, welche Schulgröße pädagogisch sinnvoll und räumlich dauerhaft tragfähig ist.

„Dass das IGS-Konzept bei Schüler*innen und Eltern ungebrochen Zuspruch findet, sehen wir an den Anmeldezahlen seit Jahren. Mehr als 50 Prozent der angemeldeten Kinder können mangels verfügbarer Plätze nicht aufgenommen werden“, so Malkewitz weiter.

Aus Sicht der GRÜNEN ist diese hohe Nachfrage gerade ein Argument dafür, zusätzliche IGS-Kapazitäten an einem neuen, dafür geplanten Standort zu schaffen. Die Fraktion spricht sich deshalb für eine sechszügige IGS in Mommenheim aus.

Auch das Argument der Verwaltung, ein Schulneubau komme zu spät, um auf die aktuell hohen Schülerzahlen zu reagieren, überzeugt die GRÜNEN nicht. Beim ursprünglich geplanten Gymnasium in Stadecken-Elsheim wurde selbst mit der Möglichkeit argumentiert, bereits vor Fertigstellung eines Neubaus den Schulbetrieb in provisorischen Räumlichkeiten aufzunehmen. Eine solche Übergangslösung ist aus Sicht der Fraktion nicht an eine bestimmte Schulform gebunden und muss daher auch bei einer neuen IGS ernsthaft geprüft werden.

„Wir wollen eine zukunftsfähige Lösung, die den Elternwillen ernst nimmt. Deshalb setzen wir uns für eine sechszügige IGS in Mommenheim ein. Sie schafft die dringend benötigten zusätzlichen Plätze, entlastet die umliegenden Gymnasien und bietet die Chance, das erfolgreiche pädagogische Konzept der IGS von Anfang an in der Planung zu verankern. Unser Ziel ist klar: Bewährtes erhalten und dort neue Kapazitäten schaffen, wo sie langfristig sinnvoll sind“, führt Malkewitz aus.

Eine von Beginn an auf sechs Züge ausgelegte neue IGS böte nach Auffassung der GRÜNEN zudem pädagogische Chancen. Durch die größere Schülerzahl können insbesondere im Wahlpflicht- und Differenzierungsbereich vielfältigere Angebote ermöglicht werden. Gleichzeitig könnte ein Neubau von Beginn an auf die Anforderungen einer modernen IGS zugeschnitten werden, etwa mit geeigneten Lernbereichen, Fachräumen, Ganztagsangeboten und Aufenthaltsflächen.

Auch die Lage Mommenheims spricht aus Sicht der Fraktion dafür, die bisherige Planung nicht vorschnell aufzugeben. Der Standort kann einen Beitrag zu einer ausgewogeneren Verteilung von Schulangeboten im Landkreis leisten und das bestehende Schulnetz sinnvoll ergänzen.

„Schulentwicklung ist mehr als das Verteilen von Schülerzahlen auf vorhandene Gebäude. Wir entscheiden heute über die Bildungslandschaft der kommenden Jahrzehnte. Deshalb sollten wir den klar erkennbaren Wunsch vieler Familien nach der IGS nicht dadurch beantworten, dass wir zwei erfolgreiche Schulen einfach nur größer machen. Wir sollten daraus den Mut entwickeln, langfristig tragfähige Bildungsangebote zu schaffen“, so Malkewitz abschließend.

Für die GRÜNEN ist deshalb klar: Die Planungen für eine IGS in Mommenheim dürfen nicht beendet werden. Stattdessen sollte geprüft werden, wie dort eine sechszügige IGS zeitnah realisiert und ein Übergang bis zur Fertigstellung eines Neubaus organisiert werden kann.


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