
12.05.26 –
Gemeinsame Erklärung
der Kreistagsfraktion Mainz-Bingen und
der Stadtratsfraktion Bingen
von Bündnis 90/Die Grünen zur Situation des Heilig-Geist-Hospitals Bingen
Die Nachricht über das am 6. Mai 2026 eingeleitete Insolvenzverfahren der Betreibergesellschaft macht deutlich, wie ernst die wirtschaftliche Lage der Binger Klinik ist. In einer gemeinsame Sitzung von Kreistag und Stadtrat am Nachmittag des Tages wurden Zukunftsperspektiven des Binger Krankenhauses unter Ausschluss der Öffentlichkeit besprochen.
Die neuerliche Insolvenz des Krankenhauses zeigt die massiven finanziellen Herausforderungen, vor denen viele – und insbesondere kleinere – Krankenhäuser derzeit stehen. Hinzu kommt: Diese strukturbedingten Nachteile werden durch die aktuellen Maßnahmen der schwarz-roten Bundesregierung nochmals massiv verschärft.
Für die Kreistagsfraktion und die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen ist klar: Das Krankenhaus in Bingen muss erhalten bleiben. Es ist ein unverzichtbarer Baustein in der medizinischen Grundversorgung für die Menschen in Bingen und der gesamten Region.
Wir Grünen meinen: Flächenbundesländer wie Rheinland-Pfalz brauchen eine ausreichende Abdeckung, die dort zwangsläufig nur von kleineren Häusern geleistet werden kann. In Rheinland-Pfalz mussten in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche kleinere Krankenhausstandorte schließen oder ihr Angebotsspektrum deutlich reduzieren. Diese Entwicklung führt zu längeren Wegen und zu langen Wartezeiten in den verbleibenden Notaufnahmen. Hinzu kommt, dass die höhere Auslastung der verbleibenden Kliniken auch zu weniger Reserve-Kapazitäten bei Notlagen führt. All dies erzeugt wachsende Unsicherheit und Unmut bei vielen Bürgerinnen und Bürgern in der Region. Als GRÜNE fordern wir: Im ländlich geprägten Raum darf die wohnortnahe Gesundheitsversorgung nicht weiter ausgedünnt werden.
Die schwierigen Rahmenbedingungen für kleinere Krankenhäuser zeigen zudem deutlich, dass auch auf Landes- und Bundesebene verlässliche Perspektiven geschaffen werden müssen. Gesundheitsversorgung ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und darf nicht allein nach wirtschaftlichen Kriterien beurteilt werden.
Die aktuelle Situation in Bingen zeigt im Übrigen durchaus, dass die bereits eingeleiteten Veränderungen der medizinischen Angebote beginnen zu greifen. Hier wurde unter schwierigen Bedingungen bereits eine beachtliche Transformation geleistet. In nur etwas mehr als einem Jahr wurde eine funktionierende personelle und technische Ausstattung etabliert. Diese Leistung verdient Respekt und Anerkennung. Doch trotz des inzwischen wiederhergestellten gutes Rufs der medizinischen und pflegerischen Versorgung haben alle bisherigen Veränderungen noch nicht ausgereicht, um den Standort auch wirtschaftlich dauerhaft zu stabilisieren.
„Es braucht weiterhin eine konsequente Vorwärtsentwicklung des Krankenhauses mit tragfähigen medizinischen, strukturellen und wirtschaftlichen Perspektiven für die Zukunft. Hierfür müssen sowohl Land und Bund passende Bedingungen schaffen als auch der Landkreis weiterhin seinen notwendigen Beitrag als gesetzlich verantwortlicher Träger leisten“ meint der grüne Fraktionssprecher im Kreistag, Rainer Malkewitz.
„Für uns in Bingen steht dabei im Mittelpunkt, die Versorgung der Menschen dauerhaft sicherzustellen und den Standort verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. Dazu braucht es die Bereitschaft aller Beteiligten, gemeinsam konstruktiv an Lösungen zu arbeiten. Dazu werden auch wir im Stadtrat beitragen“ ergänzt die Vorsitzende der Binger Fraktion, Ursula Hartmann-Graham.
Die Kreistagsfraktion und die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen werden sich weiterhin dafür einsetzen, den Krankenhausstandort Bingen zu erhalten und zugleich zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
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