
14.07.26 –
„Hitzeschutzkonzepte und Investitionen für kreiseigene Schulen"
Eine gemeinsame Erklärung von Kreistagsfraktion und dem Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Dank des Investitionsprogramms aus dem Sondervermögen des Bundes kann der Landkreis Mainz-Bingen im Laufe der kommenden zehn Jahre runde 55 Millionen Euro für zusätzliche eigene Projekte ausgeben. So wurde jüngst im Kreistag beschlossen.
Die GRÜNEN kritisieren, dass die Kreisverwaltung bis zur Sommerpause dem Kreistag noch keine Vorschläge hierzu vorgelegt hat. Die GRÜNE Fraktion bringt nun ihrerseits eigene Vorschläge ins Spiel.
Ein erster solcher Antrag der GRÜNE Fraktion im Kreistag zielt darauf, bei der Verwendung der Bundesmittel auf Kreisebene auch Projekte zur Klimafolgenanpassung in öffentlichen Einrichtungen zu berücksichtigen. Hiervon sollen mit höchster Priorität die kreiseigenen Schulen profitieren. Neben den Realschulen und Gymnasien gehören dazu auch Förderschulen und berufsbildende Schulen.
„In Zeiten der fortschreitenden Klimakrise müssen wir endlich Lernorte anbieten, die bei jedem Wetter eine gute Lernatmosphäre bieten. Hitzeschutz an Schulen ist eine Bildungsinvestition.“ Erklärt dazu Fraktionssprecher Rainer Malkewitz, der als Lehrer an einer berufsbilden Schule die Probleme aus erster Hand kennt.
Konkret wird beantragt, dass an den weiterführenden Schulen im Kreisgebiet der Hitzeschutz geprüft und für jede Schule ein eigenes Hitzeschutzkonzept erstellt wird. Die aus den Konzepten resultierenden Investitionen in neue Klimatechnik sollen anschließend geplant und zur Förderung aus dem Sondervermögen gebündelt beantragt werden. Hierunter fallen neben Klimatechnik auch Maßnahmen zur Verschattung und Begrünung von Gebäuden und Schulhöfen.
Die GRÜNEN nennen in ihrem Antrag aber noch ein zweites Anliegen: Der Ausbau der Erneuerbaren an den Schulen soll forciert werden. Weil der Energieverbrauch von Klimatechnik im Tagesverlauf ideal zur Energie-Abgabe von Photovoltaikanlagen passt, sollen zusätzliche Sonnenkollektoren auf den Schulgebäuden installiert werden.
Als Ziel wird ein autarker Betrieb der klimatisierten Schulen im Sommerhalbjahr angestrebt, wodurch auch die Versorgungsnetze entlastet werden.
In der Begründung des Antrags wird angeführt, dass Hitzeperioden an weiterführenden Schulen zunehmend zum Problem für den Schulbetrieb werden. Schulen sind wichtige Aufenthaltsorte für Kinder, Jugendliche und Lehrende. Und hohe Innentemperaturen schaden einerseits dem Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler und sind andererseits unvereinbar mit dem Arbeitsschutz für die Lehrenden.
Bisherige Not-Regelungen – wie etwa „Hitzefrei“, Online-Unterricht oder Aktivitäten im Freien – sind langfristig als Maßnahmen ungeeignet: Der entstehende Unterrichtsausfall kann nicht mehr aufgearbeitet werden.
Hierzu sagt die Sprecherin des GRÜNEN Kreisverbandes, Melani Pelaez Jara: „Die Klimaerhitzung hat in unserer Region bereits plus 1,7 Grad erreicht. Was heute noch als Hitzerekord gilt, wird in fünf bis zehn Jahren der Juni-Normalfall sein. Der Staat muss folglich seine gesetzliche Pflicht zur durchgehenden Beschulung in Zukunft auch unter diesen Klima-Bedingungen erfüllen. Die Gesundheit der Kinder, Jugendlichen und Lehrkräfte hat dabei für uns GRÜNE Vorrang. Mein Fazit: Jetzt nicht unverzüglich zu handeln, wird unsere Gesellschaft am Ende viel mehr kosten.“
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